Die Willi Drache Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung. Sie wurde 2007 von ihrem Stifter Willi Drache als Treuhandstiftung gegründet und 2014 in eine rechtlich selbständige Stiftung umgewandelt.
Der Förderschwerpunkt der Willi Drache Stiftung ist seit ihrer Gründung die Untersuchung der Wirksamkeit der Hippotherapie auf die Symptome der Multiplen Sklerose.
Nach zwei Pilotstudien 2007 und 2009 wies die Studie MS HIPPO 2017 auf Evidenzstufe 1b nach, dass die Hippotherapie (DKThR)® einen positiven Einfluss auf die die Symptome der Multiplen Sklerose (MS) hat. Die Hippotherapie (DKThR)® verbessert das Gleichgewicht, reduziert die Spastik und die Fatigue und verbessert die Lebensqualität. Die MS HIPPO wurde von der Willi Drache Stiftung initiiert und finanziert.
Im Januar 2024 startete die MS HIPPO II, um die Wirksamkeit der Hippotherapie (DKThR)® auf die Symptome der MS vertiefend zu untersuchen.
Studienleiterin ist Dr. Isabel Stolz, der wissenschaftliche Kooperationspartner ist die Sporthochschule Köln.
Die MS HIPPO II ist prospektiv, randomisiert-kontrolliert und multizentrisch.
112 Probanden wurden mithilfe eines Zufallsverfahren in eine „Interventionsgruppe“ und eine „Kontrollgruppe“ aufgeteilt. Die Interventionsgruppe erhält 12 Wochen lang einmal wöchentlich 30 Minuten Hippotherapie (DKThR)® als Ergänzung zur gewohnten individuellen Standardtherapie. Die Kontrollgruppe setzt die individuelle Standardtherapie fort.
Alle Probanden wurden vor Beginn der Hippotherapie (DKThR)® getestet, nach Beendigung der Interventionsphase von 12 Wochen und erneut nach 6 Wochen, um die Nachhaltigkeit zu untersuchen.
Getestet wurde wie in der ersten Studie MS HIPPO die Veränderung des Gleichgewichts mit der Berg Balance Scale, die Veränderung der Fatigue mit der Fatigue Severity Scale, die Veränderung der Lebensqualität mit dem Multiple Sclerosis Quality of Life-54 Questionnaire (MSQoL-54) und die Veränderung des Schmerzempfindens mit der Visuelle Analogskala.
Zusätzlich wurde ein neues objektives Verfahren eingesetzt, das die Gleichgewichtsfähigkeit der Probanden durch verschiedene Testaufgaben auf einer Druckverteilungsplatte erfasst und anhand eines EEG Systems die Gehirnaktivität der Studienteilnehmenden erfasst. Dadurch soll untersucht werden, ob die Hippotherapie bei der Untersuchungsgruppe im Vergleich zu der Kontrollgruppe zu einer Veränderung in der Bewegungskontrolle führt, welche mit der Gehirnaktivität der untersuchten Probanden korreliert.
Die Studie MS HIPPO II wird von der Gold Krämer Stiftung und der Willi Drache Stiftung finanziert und vom Deutschen Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V. (DKThR) finanziell und ideell unterstützt.
Die Interventionsphase ist abgeschlossen. Zurzeit werden die Daten ausgewertet, die Ergebnisse werden im zweiten Halbjahr 2026 erwartet.